Nachbericht und Fotogalerie: Stadtkapelle auf musikalischer Seereise

Unter dem Thema „Ghostship“ lud die Stadtkapelle Rosenheim am vergangenen Samstag ins Kultur- und Kongresszentrum ein und führte voller Energie und Intensität sowohl durch die Kabinen des berühmten Geisterschiffs als auch durch die Straßen New Yorks.

© 2019 Stadtkapelle Rosenheim

Die Zuhörer im gut gefüllten Kultur- und Kongresszentrum erlebten so einige Überraschungen, denn auch heuer konnte das Sinfonische Blasorchester der Stadtkapelle Rosenheim mit neuen Ideen überzeugen.

Eröffnet wurde das Konzert mit eingängigen Volksmusikstücken in klassischem Gewand, den „Sea Songs“ von Ralph Vaughan Williams, einem englischen Marsch, der das Publikum auf die Seefahrt einstimmte. Gleich das nächste Werk war das Hauptstück des Abends, auf das der musikalische Leiter und Dirigent Wolfgang Hauck das Publikum charmant und mit Wortwitz vorbereitete. „The Ghostship“, beschreibt das gestrandete Schiffswrack eines alten Atlantik-Linienschiffes, das immer noch vor der Küste Fuerteventuras versunken im Meer liegt. Voller Energie, mit antreibenden Rhythmen und großer Intensität begleitete das Orchester das Publikum durch die Kabinen des Geisterschiffs bis zu seinem Untergang. Mühelos gelang es dem Dirigenten mit seinem ausdrucksstarkem Dirigat das Orchester sowohl durch schwere rhythmische Passagen als auch durch die sanften Klänge des 16 minütigen Werks zu führen. Das Besondere daran: Die etwa 50 Musikerinnen und Musiker wurden von synthetischen Klängen und Geräuschen begleitet, was die unheimliche Stimmung und das Zerbersten des Schiffs klanglich darstellte. Vor dem inneren Auge des Zuhörers erschien das Szenario somit äußerst real, was dem einen oder anderen sicher eine Gänsehaut bescherte.

Das nächste Stück holte das Publikum trockenen Fußes zurück an Land. Ein Wochenende in New York lag der zweisätzigen Suite „Manhattan“ als Motto zugrunde. Die Solistin an der Trompete, Sophia Winhart, die seit ihrem 15 Lebensjahr Mitglied der Stadtkapelle ist und nun Trompete in Düsseldorf studiert, nahm das Publikum beherzt an die Hand und mit in die rauchgeschwängerte Atmosphäre einer Jazzbar, um dann am nächsten Morgen durch den Central Park zu schlendern. Locker und leicht klang das Solo, die schnellen Läufe gelangen der Solistin dabei virtuos, als wäre das anspruchsvolle Stück ein einfacher Spaziergang.

Auch die zweite Hälfte des Konzertes fand großen Anklang. Mit dem Superman-Marsch präsentierten vor allem die Blechbläser ihr ganzes Können, um den Titelhelden des Stücks gewissermaßen durch den Saal fliegen zu lassen. Dem folgte der Choral St. Stephan, eine Hommage an das Wahrzeichen Wiens, in dem die Stadtkapelle zeigte, dass sie auch mit ruhigen Klängen überzeugen kann.

Ein weiteres Highlight war das Potpourri aus dem Musical „Elisabeth“, unter anderem wegen des überraschenden Endes. Die Kapelle hatte die Sängerin Agnes Schneider-Meixner eingeladen, die gefühlvoll und fulminant in dem Musicalhit „Ich gehör nur mir“ die junge Kaiserin zu Gehör brachte. Eine Uraufführung, wie Hauck betonte, da Yannik Helm für die Stadtkapelle den Gesangspart in das Stück eingearbeitet hat.

Mit „Firework“ von Thomas Doss, endete das Konzert, ein musikalisches Feuerwerk, dass große Begeisterung fand. Die Kapelle bedankte sich für den reichlichen Applaus mit drei Zugaben beim Publikum.

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